PHILOSOPHIE VISION PASSION
Stichwort slow design

Designklassiker und Lieblingsstücke versus Kurzlebigkeit und Wegwerftrend.
Textilien sind materialisierte Zeit und somit eigentlich sehr wertvoll.

Die Textildesignerin Inés Bader wurde durch das Halstuch Tartaruga bekannt. Tartaruga ist ein eigenwilliges dreidimensionales Halstuch, das längst zum gern kopierten Klassiker geworden ist.

Der Beruf und die Berufung der der Stoffdesignerin ist die Entwicklung von Stoffen und Textilien, die aus farbigen Fäden "konstruiert" sind. Also die Entwicklung von Geweben oder Gestricken und nicht deren Verarbeitung. In den Achtzigerjahren hat sie in der Langenthaler Textilindustrie Teppiche und Vorhangstoffe entwickelt, 1995 die Bezugsstoffe für den IC 2000. Die Entwicklung von Geweben und Strickwaren kann eine hochtechnische Angelegenheit sein. Das Überwinden solcher Herausforderungen und das Spiel mit Farben sind Dinge, die die Designerin zutiefst faszinieren. Konstruierte Stoffe haben für sie eine Magie. Sie bezeichnet sich als farbsüchtige Fadenakrobatin.

Vor über dreissig Jahren wurden - ausser den Socken - alle Produkte im eigenen Atelier hergestellt, später hat sich Inés Bader darauf konzentriert, Prototypen zu entwickeln und diese industriell herstellen zu lassen.

Lange Jahre wurden wurden sowohl Halstücher als auch Socken ausschliesslich in der Schweiz hergestellt.

DIE GESCHÄFTSHERRENSOCKEN, die diskreten schwarzen Socken mit Farbakzent im Schuh gibt es seit 1991. Der Klassiker mit den beiden  unterschiedlichen Spitzen ist fast immer erhältlich. Jahr für Jahr gibt es andere Dessins dazu. Etwa 2008 wurde die Kollektion durch DIE SONNTAGSSOCKEN ergänzt. Diese dürfen Farben bekennen. Vorzugsweise sind auch hier die beiden Socken eines Paares unterschiedlich.

Seit gut zehn Jahren werden die Socken in Norditalien gestrickt, da es in der Schweiz keine Sockenfabrik mehr gibt. Transparenz von Entwicklung und Produktionsbedingungen sowie kurze Transportwege und menschenwürdige Löhne sind für das Label eine Selbstverständlichkeit. Sie ist immer in direktem Kontakt mit den Produktionsstätten.

Auch die Seidenweberei, in der Inés Bader nach ihren Entwürfen Stoffe weben liess, hat vor bald zehn Jahren ihre Produktion eingestellt. Es gibt in der Schweiz nun keinen Betrieb mehr, der solche Kostbarkeiten fabrizieren kann.

Das globalisierungsbedingte Aussterben der Schweizer Textilindustrie ist ein herber Kulturverlust.